Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Da fährt man nach Klöch, begibt sich auf die Spuren des Traminers und was findet man, den Riesling. Zuerst wundert man sich und denkt, dass diese Rebsorte eigentlich nicht so richtig hierher passt. Viel zu warm sei es ja hier und auch das Terroir und all das andere, kommt ihr nicht entgegen. Wenn man dann aber genauer hinsieht, dann ergibt alles einen Sinn.

In einer Höhe von 400 bis 500 m, wachsen die Reben auf kalkhaltigem Quarzsandboden mit Hellglimmer, Mangan und Eisen. Hier erntet man hochwertige Trauben, die durch die großen Unterschiede in der Tages- und Nachttemperatur noch an fruchtigem Ausdruck und Intensität gewinnen. Die Trauben werden per Hand gelesen. Die Vergärung, sowie der Ausbau, erfolgen auf der Hefe im Edelstahltank. In der Nase klar und intensiv. Die reine Frucht in puristischer Form. Konzentrierte Aromen nach schwarzer Ribisel, grünem Apfel, Honigmelone, Stachelbeere, etwas Dill und Zuckererbse. Wunderbar fein und elegant. Am Gaumen viel reife Frucht, die aber nie an Präzision verliert.

Ein großartiger Roter Traminer und ein noch viel besserer Ried Steinbach! Unweit der Pfarrkirche von Straden, an den Hängen des sogenannten Himmelsberges, liegt die Ried Steinbach. Dort stehen, tief verwurzelt in einer steilen Südlage, alte Traminerreben. Der Weingarten umfasst 1,5 ha, der Boden besteht aus leicht kalkhaltigen, feinen Tertiärsedimenten und das alles liegt auf rund 360 m Seehöhe.

Der Steinbach Fürst vom Weingut Tement ist in erster Linie Wein, erst dann Muskateller. Dies zu erreichen ist nicht leicht. Es gehört eine Menge Feingefühl dazu, um die angeborene Aromatik dieser Rebsorte im Zaum zu halten und sie in puristischer Art und Weise auszudrücken. Die Struktur tritt hier in den Vordergrund. Abgebildet wird die Lage alles andere ist sekundär.

Wenn Karl Schnabel die mit Quarzsand gefüllten Kuhhörner zur Sonnenwende im Boden vergräbt, dann ruhen sie unter der Erde und nehmen Energie in sich auf. Dort unten ist es eine ruhige Zeit, für Karl nicht. Er ist mit der Sense unterwegs. Er mäht seine Weingärten, bespritzt die Reben mit verschiedenen Kräutertees und bringt dynamisierten Kuhdung aus. Diesen bekommt er von seinen Rindern, 13 sind es an der Zahl und die bekommen dafür sein gemähtes Gras. Hier ist alles eine Einheit, es ist ein Kreislauf und das macht Sinn.

Die Ernte der Trauben erfolgte am 19. September 2018. Nach kurzer Maischestandzeit wurde der Most spontan vergoren und anschließend für 6 Monate auf der Vollhefe im gebrauchten 750 l Fass ausgebaut. Von der ersten Begegnung an weiß man um seine Qualität. Das Ergebnis ist präzise, mit kalkig-mineralischer Noten und einer Ahnung von Röstaromen. Dazwischen ein Hauch von Thymian und etwas Feuerstein. Zarte Aromen nach Mango und Ananas, weiße Blüten und gelber Apfel geben ein Gefühl der Geborgenheit.

Ried Edelschuh ist steil. Das Gefälle beträgt hier teilweise 90% und ist damit größer, als in der Mausefalle auf der Kitzbühler Streif. Unter solchen Bedingungen muss man kämpfen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Das tun die Rennläufer und auch die alten Reben, die hier auf rotem und blau-schwarzem Schiefer, auf einer Höhe zwischen 460-530 Meter wachsen. Sie tun das seit mindestens 1322, in diesem Jahr nämlich wurde diese Ried erstmals urkundlich erwähnt.

Furmint wächst in der Steiermark auf gerade einmal 0,44 ha. In Slowenien hingegen auf ungefähr 694 ha. Und in Slowenien liegt auch Vino Gross, das Weingut von Michael und Maria Gross aus dem südsteirischen Ratsch. Der Wein überzeugt. Er ist elegant. Burgundisch würden viele sagen, und das stimmt. Frisch und gelbfruchtig. Man riecht Zitrusfrüchte, Quitten und gelbe Äpfel, dazu noch Vanille und grüne Haselnüsse. Eine leicht buttrige Note überrascht und ergänzt das frische, straffe, mineralisch-kalkige Mundgefühl.

Der Mittelpunkt des steirischen Traminer liegt in Klöch und gleich in der Nähe findet man Tieschen. Hier ist das Weingut Hopfer. Es ist klein, umfasst eine Fläche von 3 Hektar und ist ein Familienbetrieb. Der Gelbe Traminer des Betriebes steht auf vulkanischem Boden. Die Anlage ist 8 Jahre alt und  umfasst eine Größe von 0,5 ha, bei einer Pflanzdichte von 3500 Stöcken pro Hektar. Nur ca. 1 Kilo Trauben erntet man von jedem Rebstock. Diese werden im Stahltank vergoren und lagern anschließend für 6 Monate auf der Feinhefe.

Wenn man neben dem Weingut Gross in die Reben geht, vorbei an der Steinterrasse des Nussbergs und dann links den Berg hinauf, steht man mitten in der Parzelle „Stauder“. Die Bezeichnung „Stauder“ kommt von der Familie gleichen Namens, welche hier am Nussberg wohnte aber ihren Besitz verkaufte. Am Gaumen herrscht totale Harmonie. Hier stimmt das Zusammenspiel von Säure, Alkohol, Intensität und ganz feinem Gerbstoff. Sehr elegant, weiß der Wein durch seine Vielschichtigkeit und Länge zu überzeugen. Begleitet wird er von einer stilgebenden Kargheit. Das Potential ist hier und glaubhaft.