Wunderbar vermählen sich hier Rebsorte und Terroir. Die Steiermark ist allgegenwärtig und gibt die Richtung vor. Ein Wein, der sein Herz auf der Zunge trägt, der jugendlichen Esprit versprüht – ohne je oberflächlich zu wirken und dessen alte Seele niemals der Vergangenheit nachhängt, sondern für immer neugierig in die Zukunft blickt.

Dieser Pet-Nat, eine Cuvée aus Muskateller und Welschriesling, besticht durch seine verführerischen und intensiven Noten nach reifer Zitrone, Grapefruit, Holunderblüte und Minze. Am Gaumen ungemein straff und mineralisch. Feine, erfrischende Perlage unterlegt mit kühlen, steinigen Noten. Dies alles ergänzt von leichten Vanille-Brioche Aromen. Zugänglich, leicht cremig, absolut präzise und voller Frische und Lebensfreude.

Das Beste aus zwei Sauvignon-Welten oder doch ein Naturwein für Einsteiger? Egal, wie man den neuen „Sauvignon Blow“ bezeichnet – uns hat er begeistert. Hinter dem Wein mit dem stürmischen Namen und dem schicken Etikett steckt übrigens das Weingut KTCN. Bei dem Namen, der uns ein bisschen an eine neue Luxus-Handtaschenmarke erinnert, wurden die Anfangsbuchstaben zwei ganz Großer zusammengefügt: Katharina Tinnacher und Christoph Neumeister.

Dieser Wein ist ein Erlebnis. Mit seiner unangreifbaren Eleganz und Leichtigkeit vermag er zu verzaubern und es sei ihm auf Grund seiner Jugendlichkeit auch verziehen, dass er mehr die Rebsorte als das Terroir ausdrückt. Dennoch aber, vernimmt man hier die deutliche Stimme der Steiermark. Es ist eine Interpretation der Rebsorte, die sich, wie sollte es auch anders sein, der Herkunft nicht entziehen kann.

Die Ried Zieregg zählt zu den absoluten Top-Lagen der Steiermark und ist in 16 Parzellen unterteilt. Vom oberen Teil der Parzelle „Steilriegel“ kommen die Trauben für diesen Wein. Die Reben stehen auf oben erwähnten Kalkboden, mit einer Auflage von lockerer Braunerde. Biologisch bewirtschaftet und per Hand gelesen, wurde der Wein in 228 l Holzfässern, sogenannten Pièce, ausgebaut.

Anfangs verhalten, erkennt man Noten nach weißer Ribisel, Pfirsich, Apfelblüte, Schwarzbrotrinde und Feuerstein. Der Gaumen ergänzt mit Aromen nach Salzzitrone, Stachelbeere und grünem Apfel. Sehr kompakt und saftig, mit steinigen Noten und leichter Reduktion. Geprägt von Zurückhaltung und karger Eleganz findet man eine leicht cremige Textur mit gut eingebundener Säure und großer Intensität. Extreme Länge, getragen durch klare, genau definierte Aromen.

Der Wein entstammt einer Kooperation von Thomas Rotschädl mit Martin Oertel und Christine Büchl. Seit 2014 kennt man sich und schmiedete Pläne für eine Zusammenarbeit, deren Früchte man nun verkosten kann. Die Trauben für diesen Wein stammen von ausgesuchten Parzellen der Ried Kreuzberg und werden im Keller der Rothschädls vinifiziert. Die Trauben werden per Hand gelesen, spontan vergoren und verbringen anschließend 27 Monate auf der Feinhefe. Der Ausbau findet zur einen Hälfte im Edelstahltank und zur anderen im Holzfass statt. Man erkennt kühle aber dennoch reife Aromen nach Cassis, Stachelbeere, alten Apfelsorten und Holunderblüte.

Der Muskateller hat es nicht leicht. Oft als banal und kitschig bezeichnet, ist er für viele „Weinkenner“ meist nur eine Randerscheinung. Als Aperitif mag er ja eine Rolle spielen und als Begleiter zu einem Backhendl noch akzeptiert werden, aber eine ernsthafte Auseinandersetzung findet kaum statt. Wenn man sich aber näher mit ihm beschäftigt und ihm ohne Vorurteile begegnet, kommt man nicht mehr umhin zu erkennen, dass hinter seiner Vordergründigkeit auch eine Menge Charakter verborgen ist.

Riesling ist der König oder vielmehr die Königin der Weißweine, aber das scheint niemanden zu kümmern. Riesling ist was für Spezialisten, sollte aber universell sein, irgendwie so wie Grauburgunder, den scheinen fast alle zu mögen aber warum, weiß keiner genau. Wie großartig Riesling sein kann, zeigt der Ried Stradenberg vom Weingut Fischer. Die Reben, gepflanzt im Jahre 1999, wachsen auf vulkanischem Boden. Basalt und Tuff sind hier vorherrschend, durchzogen von kalkhaltigen Einschüben, mit einer Auflage aus Lehm.

Wenn es um Rosé geht, dann ist die Provence immer und überall. Sie gibt den Stil vor, weiß wohin es geht und scheint das Maß aller Dinge zu sein. Ob man ihr nacheifert oder nicht, entkommen kann man ihr auf keinen Fall. Man sollte sich mit diesen Weinen aus dem französischen Süden auseinandersetzten, ja man sollte, aber man muss nicht. Ob dies in diesem Fall passiert ist, weiß ich nicht, vielleicht hat man einfach nur gemacht, ohne viel nachzudenken, unbeschwert aber bestimmt. Herausgekommen ist ein prickelndes Vergnügen und sein Name ist „Terrassenglück“!