Der Muskateller hat es nicht leicht. Oft als banal und kitschig bezeichnet, ist er für viele „Weinkenner“ meist nur eine Randerscheinung. Als Aperitif mag er ja eine Rolle spielen und als Begleiter zu einem Backhendl noch akzeptiert werden, aber eine ernsthafte Auseinandersetzung findet kaum statt. Wenn man sich aber näher mit ihm beschäftigt und ihm ohne Vorurteile begegnet, kommt man nicht mehr umhin zu erkennen, dass hinter seiner Vordergründigkeit auch eine Menge Charakter verborgen ist.

Riesling ist der König oder vielmehr die Königin der Weißweine, aber das scheint niemanden zu kümmern. Riesling ist was für Spezialisten, sollte aber universell sein, irgendwie so wie Grauburgunder, den scheinen fast alle zu mögen aber warum, weiß keiner genau. Wie großartig Riesling sein kann, zeigt der Ried Stradenberg vom Weingut Fischer. Die Reben, gepflanzt im Jahre 1999, wachsen auf vulkanischem Boden. Basalt und Tuff sind hier vorherrschend, durchzogen von kalkhaltigen Einschüben, mit einer Auflage aus Lehm.

Wenn es um Rosé geht, dann ist die Provence immer und überall. Sie gibt den Stil vor, weiß wohin es geht und scheint das Maß aller Dinge zu sein. Ob man ihr nacheifert oder nicht, entkommen kann man ihr auf keinen Fall. Man sollte sich mit diesen Weinen aus dem französischen Süden auseinandersetzten, ja man sollte, aber man muss nicht. Ob dies in diesem Fall passiert ist, weiß ich nicht, vielleicht hat man einfach nur gemacht, ohne viel nachzudenken, unbeschwert aber bestimmt. Herausgekommen ist ein prickelndes Vergnügen und sein Name ist „Terrassenglück“!

Dieser Welschriesling stammt von einer 35 Jahre alten Rebanlage, auf einer steilen Südwestlage im Ortsgebiet von Gamlitz. Gepflanzt wurden sie von Franz Lackner, dem Großvater von Katharina Lackner-Tinnacher. Auf einer Höhe von 450 bis 470 Metern stehen die Reben auf Schotter, Sand und etwas Lehm. Die Trauben wurden per Hand gelesen, im Ganzen gepresst und mit natürlichen Hefen vergoren. Der Ausbau erfolgte über mehrere Monate, auf der Vollhefe im gebrauchten 1000 Liter Faß.

Anders als bei einer Cuvée, kann man bei dieser Art nicht so sehr in die Gestaltung des Weines eingreifen. Eine Solera ist ein eigenes Universum, ein eigenes Lebewesen, welches Jahr für Jahr wächst, sich verändert und komplexer wird. Jede Füllung unterscheidet sich im Detail von der vorhergehenden, die Möglichkeit der Cuvéetierung entfällt.

Erwin Sabathi macht auch Grauburgunder und weiß was er tut. Er treibt die Reife nicht of die Spitze, liest zum richtigen Zeitpunkt und presst die Trauben ohne lange Maischestandzeit. Dadurch verleiht er dem Wein eine feine burgundische Note, erzielt er mehr Finesse und verliert weniger Säure. Mindestens genau so wichtig, ist aber auch das richtige Traubenmaterial. Hier kann Erwin Sabathi auf Rebstöcke zurückgreifen, die bereits sein Großvater gepflanzt hat. Diese liefern dunkelfarbiges und kleinbeeriges Traubenmaterial.

Dies ist kein frisch-fröhlicher Riesling, er ist weder unbekümmert noch farbenfroh. Ecken und Kanten prägen seinen Charakter. Karg und straff erinnert er eher an einen Film Noir, denn an eine Heimatkomödie. Mehr Humphrey Bogart als Peter Alexander.

Dieser Wein ist vom Sausal geprägt, er kann es nicht verleugnen und trägt es in sich. Das ist gut so und ein Kompliment. Aber trotzdem wirkt er nicht nur regional sondern auch international. Er kann jederzeit in Verkostungen mit Naturweinen und anderen derzeit im Trend liegenden Weinen bestehen, ohne sich von der einen oder anderen Richtung vereinnahmen zu lassen. 

Er beeindruckt durch seine fruchtbetonte und komplexe Nase mit Aromen nach gelbem Apfel, reifer Birne, Quitte, weißen Blüten, Zitronencreme, frisch gebackenem Weißbrot und Brioche. Mit Luft bemerkt man auch leicht tropische, kandierte Noten, die durch kalkig-mineralischen Akzente ergänzt werden.

Das Weingut Pongratz ist „Nachhaltig Austria“ zertifiziert. Dies beinhaltet neben vielen anderen Gesichtspunkten auch einen schonenden und natürlichen Umgang mit der Natur. Dadurch wird das Umfeld für Mensch und Tier so lebenswert wie möglich gestaltet. Die Biodiversität wird gefördert und trägt auch dazu bei, dass Schwalben so häufig am Weingut Pongratz anzutreffen sind. Diese Vögel haben für Markus Pongratz Symbolcharakter.