Pinot Noir führt in der Steiermark ein Schattendasein. Auf nur knapp mehr als 16 ha wird diese anspruchsvolle Sorte angebaut und es braucht schon eine gehörige Portion an Idealismus und Fingerspitzengefühl um dieser wankelmütigen Diva ein Lächeln abgewinnen zu können.

Unser erster Schluck dieses hochklassigen Weins war blind. Aber mit viel Wow! Zuerst dachten wir an einen cremigen, würzigen Chardonnay. Doch dann kamen die kompakte Säure, die Mineralik und eine leichte Salzigkeit hinterher. Also mussten wir weiter raten.

Was uns an der Familie Potzinger so taugt ist ihre gelungene Mischung aus Ruhe und Energie. Stefan als Winzer ist nicht laut, sondern bedacht und arbeitet mit viel Feingefühl. Geht es aber um die Verkostung seiner Weine, sind die große Leidenschaft, die Power und das Feuer von Stefan und seiner Frau Heidi im ganzen Raum spürbar. Herzlichkeit und Menschlichkeit inklusive. Und so sind auch ein bisschen seine Weine: elegant, ruhig, ohne Stress, aber wenn es drauf ankommt stehen sie in voller Pracht da.

Dass die Familie Pommer nicht nur tolle Gastgeber sind (siehe z. B. Ferienhäuser am Eichberg), sondern auch guten Wein produzieren können, zeigt unter anderem der Weißburgunder Sernauberg Reserve 2015, den wir bei ihnen im Keller entdeckt haben.

Dass so mehr oder weniger mitten im Thermenzentrum Bad Waltersdorf ein so großes Tropferl entstehen kann, glaubt man im ersten Moment gar nicht. Doch die Familie Glatz, rund um die beiden Youngsters Christopher und Max, hat sich in den letzten Jahren zu einen der herausragenden Weinmachern der Ostersteiermark, pardon des Vulkanlands Steiermark, entwickelt.